Auszubildende – über Herausforderungen, Motivation und Zukunft

Pflegeausbildung in Hamburg: Auszubildende des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf sprechen über Motivation, Herausforderungen und die Zukunft der Pflege.

Auf das erfolgreiche Drohnenshooting folgte das zweite Highlight des Projekts „Das Herz der Pflege – Die Zukunft beginnt heute“: das Video-Interview mit Auszubildenden des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf (EKA) in Hamburg – eine gemeinsame Initiative von Über: Pflege e.V. und dem EKA.

Im Klassenraum der Pflegefachschule am Ev. Krankenhaus Alsterdorf, Hamburg, entstanden intensive Gespräche, die einen ehrlichen und oft sehr emotionalen Einblick in die Welt junger Menschen in der Pflegeausbildung ermöglichten. Schnell wurde deutlich: Hinter jeder Entscheidung für den Pflegeberuf steckt eine persönliche Geschichte.

Pflegeausbildung zwischen Motivation, Belastung und Verantwortung

L. Fitzek, Praxisanleiterin

Besonders spannend war auch das Gespräch mit der Hauptamtlichen Praxisanleiterin Laura Fitzek. Sie sprach offen über die Herausforderungen der Ausbildung zur Pflegefachkraft und darüber, wo sie Potenziale bei den Auszubildenden erkennt. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es Warnsignale gibt, die ernst genommen werden müssen. Denn wenn junge Menschen dauerhaft überfordert werden oder sich nicht wahrgenommen fühlen, verliert die Pflege wichtige Nachwuchskräfte in der Pflege.

Auch die Frage, welche Unterstützung die Politik leisten müsste, spielte eine zentrale Rolle. Themen wie bessere Rahmenbedingungen, mehr Wertschätzung und verlässliche Perspektiven wurden ebenso angesprochen wie der Wunsch nach einer stärkeren Begleitung junger Menschen während ihrer Ausbildung. Interessant war außerdem der Blick auf das generationsübergreifende Lernen in der Pflege. Ältere Pflegekräfte bringen Erfahrung und Gelassenheit mit, während jüngere Auszubildende oft neue Perspektiven, Offenheit und technisches Verständnis einbringen. Genau diese Mischung kann die Zukunft der Pflege nachhaltig stärken.
Das vollständige Interview mit Frau Fitzek, Praxisanleiterin, können Sie hier nachlesen.

Emotionale Einblicke in den Pflegealltag

v.l.n.r.: Meschda R., Omid J., Nastja R., Erika S., Najwa B.

Die Interviews mit den Auszubildenden zeigten, wie unterschiedlich die Wege in die Pflege sein können. Herkunft, kultureller Hintergrund, frühere Ausbildungen oder persönliche Erfahrungen prägen die Entscheidung für den Pflegeberuf oft maßgeblich.

Viele erzählten davon, dass familiäre Erlebnisse oder Begegnungen mit Krankheit und Pflege ihren Wunsch beeinflusst haben, Menschen zu helfen. Andere beschrieben, wie wichtig ihnen ein Beruf mit Sinn und gesellschaftlicher Relevanz ist.

Dabei wurde eines immer wieder deutlich: Die Auszubildenden machen diesen Beruf nicht „einfach nur“ als Job. Sie üben ihn mit Herz aus.

Empathie, Menschlichkeit und der Wunsch, Patientinnen und Patienten wirklich zu begleiten, wurden von nahezu allen Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern als wichtigste Motivation genannt. Genau diese Werte machen den Beruf der Pflegefachkraft so besonders

KI in der Pflege: Unterstützung statt Ersatz

Anatomie-Herz im Unterricht

Auch das Thema Künstliche Intelligenz in der Pflege spielte in den Interviews eine wichtige Rolle. Die Auszubildenden stehen technischen Entwicklungen grundsätzlich offen gegenüber – insbesondere dort, wo Digitalisierung in der Pflege und KI die Pflegekräfte entlasten können.

Genannt wurden vor allem Bereiche wie:

  • Dokumentation,
  • Medikamentengabe,
  • Materialbestellungen, organisatorische Abläufe.

Gleichzeitig waren sich alle Interviewpartnerinnen und Interviewpartner in einem Punkt einig: Roboter und KI können keine echten Gefühle ersetzen.

Maschinen können Daten verarbeiten, aber sie können Menschen nicht wirklich „lesen“. Sie erkennen keine Angst in einem Blick, keine Unsicherheit in einer Stimme und keine Einsamkeit zwischen den Worten. Genau darin sehen die Auszubildenden – neben der medizinischen Ausbildung – die zentrale Aufgabe menschlicher Pflege.

Die Zukunft der Pflege hat eine Stimme

Unterricht in der Pflegefachschule

Die Gespräche waren berührend, ehrlich und manchmal nachdenklich. Schon in jungen Jahren setzen sich die Auszubildenden mit Themen wie Krankheit, Tod, Trauer und Verantwortung auseinander – Themen, denen viele Menschen im Alltag lieber ausweichen.

Trotz Fachkräftemangels in der Pflege, hoher Belastung und oft unklarer gesundheitspolitischer Perspektiven blicken viele der jungen Pflegekräfte erstaunlich positiv in die Zukunft. Vielleicht gerade deshalb, weil sie wissen, wie wichtig ihre Rolle für unsere Gesellschaft ist.

Für uns hinter Kamera und Mikrofon waren diese Interviews beeindruckende Begegnungen mit einer Generation, die die Pflegekräfte von morgen stellt und die Zukunft der Pflege aktiv mitgestalten wird.

Und genau deshalb verdienen ihre Stimmen Aufmerksamkeit.

Danke an alle Mitwirkenden

Ein großes Dankeschön gilt:

  • der Geschäftsführung des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf, Herrn Schmitz, für die Genehmigung des Projekts,
  • dem Sekretariat, insbesondere Frau Haensch,
  • der Öffentlichkeitsarbeit mit Frau Steffen-Oschkinat und Frau Altmann,
  • der Schulleiterin Frau Brief für die Unterstützung von Beginn an,
  • Frau Jakob für die tatkräftige Mitwirkung bei der Durchführung,
  • dem Kameramann und Cutter Julian Kuhnke,
  • und dem Drohnenpiloten und Fotografen Michael Romstöck für ihre hervorragende und kreative Arbeit,
  • und natürlich den mitwirkenden Auszubildenden des EKA.
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